BUCHRESTAURIERUNG
ARCHIVBETREUUNG - KONSERVIERUNG - RESTAURIERUNG
BUCHRESTAURIERUNG
Um Bücher sinnvoll und fachgerecht restaurieren zu können, sind umfangreiche Kenntnisse über die verschiedensten Materialien sowie das Verständnis der mechanischen Funktionsweise eines Buchs erforderlich. Nur so kann ein Restaurator gewährleisten, dass ein Buch nach der Restaurierung wieder benutzbar ist. Leider wird die Buchrestaurierung in der Ausbildung im deutschsprachigen Raum vernachlässigt, sodass es immer weniger ausgebildete Buchrestauratoren gibt.
Durch die Kombination verschiedener Materialien und Konstruktionen entstehen Dutzende verschiedene Einbandarten.
Lederbände
Das Leder als Bezugsmaterial war eines der wichtigsten Bezugsmaterialien der vergangenen Epochen. Die verwendeten Leder reichen von sämisch gegerbtem Hirschleder über alaungegerbte Schweinsleder bis hin zu vegetabil gegerbtem Schafsleder.
Die Schäden reichen hier von chemischen Schäden aufgrund einer schlechten Gerbung über Frasschäden bis hin zu mechanischen Schäden. In Normalfall wird das originale Leder mit neuem Leder unterlegt und verklebt. So wird es entlastet und gesichert.
Pergamentbände
Pergament ist das haltbarste und stabilste Bezugsmaterial, welches für Bücher verwendet wurde. Sein Nachteil ist jedoch, dass es sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert. Durch schlechte klimatische Verhältnisse dehnt und schrumpft das Pergament stark und beschädigt dabei den Einband oder es reisst.
Pergament wird meistens mit neuem Pergament unterlegt und verklebt.
Pergament wird meistens mit neuem Pergament unterlegt und verklebt.
Holzdeckelbände
Sind die Deckel aus Holz, spricht man von Holzdeckelbänden, auch wenn diese mit Leder, Pergament oder Papier überzogen sind. Diese Deckel waren vom Frühmittelalter bis hin ins 18. Jahrhundert an Büchern zu finden.
Das Holz ist von Natur aus sehr stabil, kann jedoch mechanische Schäden wie Brüche aufweisen. Ebenfalls finden sich Schäden durch Insekten im Holz.
Je nach Ausmass der Schäden kann sogar die Zusammenarbeit mit einem Holzrestaurator notwendig sein.
Je nach Ausmass der Schäden kann sogar die Zusammenarbeit mit einem Holzrestaurator notwendig sein.
Gewebebände, Sprungrückenbände
Die meisten Gewebebände waren Gebrauchsbücher der vergangenen 200 Jahre. Obwohl diese Einbände häufig nicht sehr fein ausgearbeitet und zum grossen Teil sogar industriell gefertigt wurden, haben sie einen eigenen Charm und müssen erhalten werden. Da die Kanten von Gewebe nicht ausgeschliffen werden können, müssen hier andere Techniken zum Einsatz kommen, um gute Ergebnisse erzielen zu können.
Gebrauchsbücher wurden überall verwendet, wo der Inhalt relevanter als die Form war. Sie sind daher in Archiven weit verbreitet.
Besonders viel verwendet wurde ab der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts der sogenannte Sprungrückenband. Eine besondere Konstruktion erlaubt es, das Buch vollständig aufzuschlagen, um bis in den Falz schreiben zu können. Die besondere Herstellung führt zu einem extrem stabilen Buch, welches jedoch häufig durch die falsche Benutzung beschädigt ist. Diese Einbandtechnik effizient zu restaurieren bleibt einigen wenigen Spezialisten vorbehalten, da die Konstruktion genau verstanden sein muss. Als Lehrling einer auf Sprungrückenherstellung spezialisierten Werkstatt darf ich zu Recht behaupten, zu diesen Spezialisten zu zählen.
Papierbände
Einbände mit einem Papierbezug gibt es schon sehr lange. Jedoch sind diese häufig schwer beschädigt, da Papier das empfindlichste Bezugsmaterial ist. Daher sind historische Pappbände besonders selten und besonders erhaltenswert.
Das Bezugspapier wurde vielfach mit Farbe dekoriert. Die dabei angewandten Techniken wurden immer mehr verfeinert und abgeändert, so dass man heute duzende Techniken zur Papierdekoration kennt. Ergänzungen in diesen Buntpapieren können daher farbneutral angepasst werden oder durch eine fotografische Rekonstruktion nachgearbeitet werden.
Alle Restaurierungen werden, soweit möglich, reversibel durchgeführt. Dies bedeutet, dass die durchgeführten Massnahmen in den meisten Fällen rückgängig gemacht werden können. So kann man in Zukunft flexibel auf neue Erkenntnisse reagieren und Materialien wieder entfernen. Zum Einsatz einer Restaurierung kommen ausschliesslich Materialien, die nach heutigem Wissenstand alterungsbeständig sind.
Die vorgenommenen Massnahmen entsprechen den aktuellen Erkenntnissen und sind ethisch anerkannt.
Gerne bespreche und berate Sie, welche Art der Restaurierung angebracht ist:
- minimalinvasiv oder tiefgreifende Massnahmen
- was muss restauriert und welcher Schaden kann belassen werden
- welche Form eines Arbeitsprotokolls soll angefertigt werden
Diese Beratung ist kostenlos, die Kosten für Offerten werden bei einer Auftragserteilung verrechnet.